Der Wind auf Boa Vista hört nicht auf. Das ist kein Wetterphänomen — das ist das Businessmodell der Insel.
Kap Verde liegt vor der Nordwestküste Afrikas, 570 Kilometer vom Senegal entfernt, und die Passatwinde kommen aus dem Nordosten so zuverlässig wie ein Dienstplan. Für Kitesurfer ist das die Ausgangslage. Für alle anderen der Grund, die Windrichtung beim Frühstück zweimal zu überprüfen.
Auf Boa Vista und Sal haben wir geboardet. Weite, flache Strände, ruhiges Flachwasser hinter den Sandbänken, der Kite füllt sich bereits beim Ausrollen. Die lokalen Schulen wissen, was sie tun, und die Spots sind so angelegt, dass auch ein schlechter Tag im Wasser mehr Fahren als Schwimmen bedeutet.
Santo Antao: kein Wind, kein Problem
Die andere Insel ist Santo Antao. Gebirgig, grün, komplett anders. Hier ging es zu Fuss, durch tiefe Täler und alte Ribeiras, auf Wegen die auf keiner App vollständig erfasst sind.
Den Gleitschirm haben wir eingepackt gelassen. Die Bedingungen passten nicht — zu wechselhaft, zu enge Täler, die Wolkenbasen zu tief. Das war der richtige Entscheid. Der falsche wäre gewesen, ihn trotzdem zu starten.
Was blieb: die kreolische Küche in einem Dorf ohne Namen im Netz, und das Gefühl, dass drei Inseln in zwei Wochen gerade genug und gleichzeitig nie genug sind.

