Der lokale Guide Armen hat auf dem Weg zum Startplatz in Hatis das Auto angehalten und auf den Hang gezeigt. Nicht auf einen Startplatz. Auf einen Hang. Dann hat er gelächelt und losgefahren.

Armenien ist kein Gleitschirmland das sich vermarktet. Es ist ein Land mit Bergen, in dem auch geflogen wird — von Mai bis November, von Hatis bis Aparan, vom Sevan-See bis zu den Hängen ausserhalb von Yerevan. Fluggebiete auf dem Gebiet von Hatis in der Region Kotayk, Aparan in der Region Aragatsotn, Tsovagyugh am Sevan-See und das Gebiet um den inaktiven Vulkan Amarghan: die Karte sieht nicht dramatisch aus, aber die Luft dort ist es.

Die Thermik über den armenischen Hochlagen ist stark und direkt. Keine Umwege. Was von unten kommt, kommt schnell. Wer in den Alpen gelernt hat, gleichmässige Aufwinde zu erwarten, lernt hier schnell etwas anderes.

Land Cruising: Erkundung mit dem Geländewagen

Zwischen den Flugtagen: Geländewagen, kleine Strassen, Orte ohne offiziellen Namen auf Google Maps. Das armenische Hochland zwischen Kleinem Kaukasus und der Aras-Ebene ist ein Land, das noch nicht weiss, dass es Tourismusinfrastruktur braucht. Das ist kein Vorwurf — das ist das beste Argument dafür, bald zu gehen.

Armen hat uns zu Fluggipfeln geführt, die in keiner App gespeichert sind. Er hat uns gesagt, wann wir starten können, und wann nicht. Beim Mal wo er nein gesagt hat, hatte er recht. Das ist die Art Beta, die kein Windmeter ersetzt.

Yerevan am Abend nach einem Flugtag ist der Abschluss, den das Itinerar nicht planen kann. Eine Stadt, die mit einem kalten Bier und einem warmen Ararat-Brandy erklärt, warum man wiederkommt.

Highlight

Gleitschirmfliegen in Armenien lohnt sich für Piloten, die unbekanntes Gebiet und kräftige, unvorhersehbare Thermik suchen. Flugzeit Mai bis November, beste Bedingungen Mitte Mai bis Ende September. Lokale Führung ist kein Optional — Armen oder ein vergleichbarer Guide ist die Voraussetzung für gute Entscheide. Anreise über Yerevan, Mietwagen für Mobilität zwischen den Gebieten.