Die Serpentinen der Alpenstrasse über den Seewiser Hang kennst du nach dem dritten Aufstieg auswendig. Das ist entweder ein Problem oder der Beweis, dass du weisst, was du tust.

Der Aufstieg auf den Vilan beginnt in Seewis im Prättigau, steigt durch offene Wiesen und kurze Waldgebiete in angenehmer Steilheit. Zwischen 1'500 und 1'600 Metern überquert der Weg zweimal die Alpenstrassen — auf der zweiten biegst du rechts auf den Ostkamm, und ab hier sprichst du mit dem Berg statt über ihn.

Auf 1'893 Metern: die Hütten der Sadreinegg. Pause, wenn der Tag erlaubt. Danach der steile Grat zum Gipfel. Auf 2'376 Metern: ein Skiday-Kreuz, eine Aussichtsbank, und der Blick auf Prättigau und Rätikon, das Rheintal, die Churfirsten, bei Sicht bis zum Piz Bernina.

Die Firnbedingungen auf der Südseite

Im Frühwinter liegen die Südhänge früh in gutem Schnee. Der Vilan ist kein Tiefschnee-Berg — er ist ein Berg für Firn und harte Kanten, für Tage wo die Sonne die Oberfläche gerade genug aufwärmt.

Wir sind einmal abgefahren als der Schnee noch hart war. Das kostet die Kanten, aber nicht den Tag. Mehrere Abfahrtsvarianten ab dem Gipfel — welche passt, merkst du beim ersten Schwung.

Wer im Frühling auf den Vilan fährt, fährt zu einem Berg der die Saison am längsten hält. Das ist kein Zufall. Das ist Exposition.

Highlight

Aufstieg von Seewis, ca. 2 bis 2,5 Stunden auf den Gipfel. Firnbedingungen auf der Südseite ab Februar, je nach Exposition. Mehrere Abfahrtsvarianten, je nach Schnee und Können. Im Sommer Hike & Fly möglich — der Grat bietet gute Startoptionen bei Nordwind. Nicht das erste Skitourenziel für Anfänger, aber auch keine Extremtour.