Die Tiefschneehänge auf der Südseite des Rotsandnollen schauen harmloser aus, als sie sind. Das ist die Lektion, die jeder lernt, der von der Melchsee-Frutt aus steil nach links abbiegt.

Der Rotsandnollen liegt zwischen Jochpass und Storeggpass auf 2'698 Metern und ist der höchste Punkt in dieser Gegend ohne grossen alpinen Aufwand. Zugang von der Melchsee-Frutt, die Skitour bleibt unter 30 Grad — das ist selten genug, dass es eine Ansage ist, nicht eine Entschuldigung.

Der Aufstieg führt über die Hochfläche der Frutt, dann in leicht ansteigendem Gelände auf den Südostgrat. Oben: der Blick auf die Zentralschweizer Bergwelt, die Vierwaldstättersee-Region im Norden, der Titlis im Nordosten.

Die Nordroute die keiner nimmt

Von Norden gibt es Kletterrouten. Technisch, selten genutzt, und definitiv nicht das, was man mit Splitboard oder Tourenski plant, ohne vorher gefragt zu haben. Wir haben einen Blick geworfen und sind auf dem normalen Weg geblieben.

Die Abfahrt über die Südhänge war Pulver bis zur Hälfte, dann Windkruste, dann wieder Pulver. Das ist der Rhythmus auf dem Rotsandnollen im Winter: es wechselt, und wer den Hang liest, hat mehr davon als wer einfach fährt.

Melchsee-Frutt ist einer jener Orte, an denen man morgens ankommt und abends überlegt, ob man nicht doch übernachtet.

Highlight

Aufstieg von der Melchsee-Frutt, ca. 600 Höhenmeter, zwei bis zweieinhalb Stunden. Die Route bleibt unter 30 Grad und eignet sich für Einsteiger in die Skitouristik, wenn die Bedingungen stimmen. Die Nordrouten sind für Erfahrene mit technischem Hintergrund. Abfahrt je nach Schneelage über Süd- oder Nordhang. Basiscamp Melchsee-Frutt mit Hotel und Restaurant direkt auf 1'920 Metern.