Die Toplandung auf dem Ätna war nicht geplant. Das ist entweder schlechte Vorbereitung oder die beste Art, einen aktiven Vulkan kennenzulernen. Wahrscheinlich beides.
Sizilien fliegt man über die Südflanke des Ätna oder über die Küste, je nach Tagesform von Vulkan und Cumulus. Die Homebase in Letojanni liegt am Meer, die Fluggebiete fächern sich ins Hinterland und auf die Küstenhänge auf. Soaringflüge mit Meerblick auf der einen Seite, Thermikflüge über den Hügeln auf der anderen — die Insel ist gross genug, dass schlechtes Wetter an einer Stelle meistens gut ist an der anderen.
Die ersten Tage: Soaring an der Küste, mit diesem Wind der immer knapp genug ist, um nicht aufzuhören, und Landungen auf schmalen Strandstreifen, die exakter Anflug sind, nicht Annäherung. Dann der Regen. Zwei Tage, kein Fliegen, Sizilien im Oktober vom Café aus.
Der Flug vom Ätna bis zum Strand
Am fünften Tag hat die Gruppe entschieden, vom Ätna zu starten — auf 2'200 Metern, Blick auf den Krater, Lavasteine unter den Startsandalen. Das Thermikfenster war eng, der Abstieg lang, und der Flug bis zum Strand von Letojanni hat rund 45 Minuten gedauert.
Was dazwischen war: eine Strecke, die in der Schweiz so nicht existiert. Kein Fels, keine Baumgrenze, keine Netzinfrastruktur. Nur die Flanke des Vulkans, der Mittelmeerstreifen, und der Schirm der fliegt.
Sizilien ist kein technisches Gebiet. Es ist ein Gebiet mit Charakter — und der Charakter ist warm, rau, und gelegentlich von Lava durchbrochen.

