Die Bergstation Morgenholz liegt auf dem Höhenniveau, wo Wanderungen üblicherweise enden. Beim Hirzli fangen sie dort an.

Von Morgenholz geht es ins Niederurner Tal und auf den Gipfel, der auf 1'641 Metern stolz ist auf seine Aussicht: Linthebene, Zürichsee, Walensee, bei guter Sicht der Schwarzwald. Das ist für Glarner Verhältnisse keine bescheidene Liste.

Die Steigung ist, was sie ist. Kein Wanderweg für Sonntagsschuhe, aber auch kein Alpinklettersteig. Wer halbwegs fit ist und einen Rucksack mit Schirm trägt, braucht keine Erwartungsreduktion — er braucht gute Felle.

Zu viel Wind für den ersten Versuch

Der erste Besuch war falsch getimed. Wind aus dem Falben Schachen, querend, gerade genug um am Startplatz zu zweifeln. Wir haben nicht gestartet. Das ist keine Geschichte mit Moral — das ist Gleitschirmfliegen im Glarnerland im Oktober.

Der zweite Versuch war anders. Ruhig, klarer Aufbau, die Thermik kam von den Südosthängen wie bestellt. Der Flug von 1'641 Metern in die Linthebene ist kein langer Flug — aber er hat den richtigen Winkel: du siehst, woher du kamst, und der Aufstieg macht auf einmal Sinn.

Hirzli ist kein Trainingsberg. Es ist ein Berg, der dir sagt, was die Luft gerade macht — und ob du zuhörst.

Highlight

Aufstieg ab Bergstation Morgenholz, ca. 1,5 bis 2 Stunden auf den Gipfel. Kombi mit der Seilbahn Niederurnen möglich. Startbedingungen am besten bei leichter Südostströmung — der Nordwind kommt schnell und macht den Startplatz schwierig. Landung in der Linthebene oder auf Alternativfeldern. Keine Einstiegstour, aber auch kein Extremziel.