Die Gonzen-Flanke überraschst du nicht. Sie weiss, dass du kommst.
Der Berggipfel im Kanton St. Gallen liegt auf 1'830 Metern, als südöstlicher Abschluss der Alviergruppe nördlich von Sargans — zwischen Seez- und Rheintal, beide auf gleicher Höhe, und der Gonzen mittendrin wie jemand, der absichtlich im Weg steht. Für Gleitschirmpiloten heisst das: zwei Täler, zwei Thermikquellen, und in der Mitte ein Startplatz der keine Ausreden erfindet.
Die Hochebene auf der Nordseite lässt sich von der Gipfelkante aus bequem erreichen, der Abstand zur Gauschla-Kette beträgt nur 160 Höhenmeter. Kurzer Aufstieg. Schnell oben.
Was oben wartet
Die Aussicht reicht an guten Tagen bis nach Italien. Das ist keine Übertreibung — das ist Topographie. Der Gonzen steht isoliert genug, dass die Rundumsicht nicht durch andere Gipfel abgeschnitten wird.
Der Flug selbst ist kompakter als auf einem grossen Wanderflug. Zehn Minuten ist das Minimum, wenn du das Thermikfenster nicht triffst. Wenn du es triffst, verlängerst du — über die Nordebene, im Auf, mit dem Rheintal unter dir und dem Sense dafür, dass auch kurze Flüge vollständige Flüge sein können.
Der Gonzen lehrt keine neuen Techniken. Er prüft ob du die alten wirklich beherrschst.

